Faszination Schlaf -
vetrautes Ungewissen

Unser täglicher Zustand erholsamen Unbewusstseins fasziniert die Menschheit seit Anbegin der Zeit. Tauche ein in die mysteriöse Welt unseres Schlafs.

Schlaf

Als Schlaf wird ein körperlicher Ruhezustand bezeichnet, der in unterschiedlicher Ausprägung bei nahezu allen Wirbeltieren vorkommt und lebenswichtig ist.

Er beschreibt den in der Regel bewusstlosen Ruhezustand, in dem sich der Körper sowohl physionomisch als auch psychologisch erholt. Erlebnisse werden Verarbeitet, Gewebe erneuert und Reserven aufgefüllt.

Schlaf Definition

Schlaf zeichnet sich durch eine Reihe von anders ausgeprägten Merkmalen gegenüber unserem Wachzustand aus . Zu ihnen zählen Bewusstsein, Gehirnaktivität, Muskeltonus, Atemfrequenz, Stoffwechsel, Puls und Blutdruck. Diese Parameter unterliegen auch zwischen den einzelnen Schlafphasen erheblichen Differenzen.

Ohmacht ist von außen leicht mit natürlichen Schlaf zu verwechseln. Diese wird jedoch spontan ausgelöst und ist in der Regel mit einem körperlichen Problemzustand verbunden.

Die Funktion von Schlaf ist noch nicht in ihrer Gesamtheit geklärt. Sicher ist, dass er eine entscheidende Rolle bei der Regeneration von Organen als auch Gehirnabschnitten spielt. Vollständiger Schlafentzug über kurz oder lang führt zu erheblichem Leidensdruck, körperlichen Veränderungen, Leistungseinbußen, Verhaltensstörungen und letztendlich zum Tod .Auch ein evolutionärer Vorteil durch die eingesparte Energie wird dem Schlaf bisweil zugeschrieben.

Was passiert während wir Schlafen?

Während Menschen schlafen, regenerieren sich unterschiedliche Körperpartien und -funktionen. Zudem werden "Entgiftungsfunktionen" im Gehirn und weitere positive Einflüsse auf Geisteszustand, Wundheilung und das Immunsystem angenommen.

Menschlicher Schlaf findet mit geschlossenen Augen statt, andere physiologische Merkmale ändern sich jedoch in Abhängigkeit von der jeweiligen Schlafphase.

Einleitung des Schlafs

Zu Beginn des Einschlafens wirken mehrere Gehirnareale hemmend auf den Thalamus, der wiederum eine wichtige Funktion bei der Aufrechterhaltung von Wachheit hat. Weiterhin unterdrückt der Hypothalamus die Produktion des Hormons Orexin.

Diese und weitere Prozesse führen zur Erschlaffung der Muskulatur und zum Nachlassen der Aufmerksamkeit. Entscheidend sind Dunkelheit und ein Ausbleiben plötzlicher visueller, akustischer und sonstiger Signale. Gleichbleibende akustische Geräusche (Regen, TV-Rauschen) hingegen können beim Einschlafen helfen.

Schlafzyklen

Als Schlafzyklus wird das Durchlaufen unterschiedlicher Schlafphasen im Rahmen einer Schlafperiode bezeichnet. Schlafzyklen dauern für gewöhnlich ca. 90 Minuten, variieren jedoch abhängig vom Schläfer.

Leichtschlaf

Der Leichtschlaf bezeichnet den Zustand zwischen Einschlafen und Tiefschlaf, er schließt vor und nach Wachphasen an. In dieser Zeit sind Personen noch relativ leicht durch äußere Reize weckbar.

Tiefschlaf

Der Tiefschlaf beschreibt die tiefste Schlafphase, die Muskelspannung ist sehr niedrig und Personen nur mühsam zu wecken. Gelingt es, wirken sie oft leicht verwirrt und sprichwörtlich verschlafen.

REM-Schlaf

Trotz der hohen Hirnaktivität bleibt der REM-Schlaf für Forscher ein Geheimnis.

Obwohl die Muskelanspannung in der REM-Schlafphase am geringsten ist, sind andere Körperbereiche deutlich aktiver als in anderen Schlafphasen. Blutdruck, Atmung und Gehirnaktivität sind erhöht, die Augäpfel bewegen sich – ein, im Gegensatz zur vermeintlichen Ruhe im Schlaf, paradoxer Zustand.

Es kommt zu intensiven Träumen, die in Erinnerung, ebenso zu nächtlichen Erektionen. Der REM-Schlaf wird bisweilen als entscheidend für Nervenregeneration und Gehirnentwicklung bezeichnet.

Aufrechterhaltung des Schlafs und Schlafphasen

Der weitere Schlafverlauf wird ebenfalls durch mehrere Gehirnregionen gesteuert, wobei sich die unterschiedlichen Schlafphasen zyklisch wiederholen. Gegen Ende einer Schlafperiode von zumeist 6-8 Stunden werden diese Phasen zunehmend kürzer. Die Charakteristika der einzelnen Phasen werden in erster Linie durch verschiedene Hormone und Gehirnwellenaktivitäten bestimmt.

So spielen in den ersten beiden Schlafstadien vor allem Thetawellen eine Rolle, während im Tiefschlaf Deltawellen dominieren. Im REM-Schlaf ähnelt die Zusammensetzung der Gehirnwellen dem Leichtschlaf, allerdings kommt es zur einer stärkeren Adrenalinausschüttung und weiteren physiologischen Merkmalen.

Schlafenszeit / Innere Uhr

Die richtige Schlafenszeit variiert zwar von Mensch zu Mensch, lässt sicht jedoch vereinfacht in „Eulen“ und „Lerchen“ einteilen . Eulen bevorzugen späte Bett- und Aufstehzeiten, Lerchen frühe. Der Unterschied ist wahrscheinlich physiologisch bedingt und lässt sich nur in geringem Maße willkürlich beeinflussen. Die Schlaflänge unterscheidet sich bei den beiden Typen jedoch nicht.

Grundsätzlich bestimmt die sogenannte „Innere Uhr“ Müdigkeit und Aufwachzeitpunkt, ebenso aber auch Stoffwechselabläufe und weitere körpereigene Prozesse im circadianem Rhythmus. Sie erfordert eine gewisse Regelmäßigkeit, worauf einige der unter „Schlafhygiene“ zusammengefassten Maßnahmen beruhen.

Schlafdauer beim Mensch

Die für die eigene Erholung ausreichende Schlafdauer ist individuell variabel. Wahrscheinlich liegt das Optimum normalerweise zwischen 6 und 8 Stunden, es kommen jedoch auch Ausnahmen in beide Richtungen vor. Als ungenügend gilt, lediglich die durchschnittliche Schlafenszeit einer Personengruppe zu ermitteln, da diese nicht unbedingt dem tatsächlichen Optimum entsprechen muss.

Aus diesem Grund variieren statistisch erhobene Schlafzeiten deutlich zwischen Werktagen und Wochenende. Im Vergleich von zwanzig Industrienationen schläft die Bevölkerung Japans am wenigsten (6:22 Stunden) und die der Niederlande am meisten (8:12 Stunden).

Baby

Ausreichend Schlaf hilft Säuglingen bei der Entwicklung von Körper und Psyche.

Neugeborene schlafen am meisten – bis zu 17 Stunden am Tag. Dieser Wert sinkt bis zum Erreichen des zweiten Lebensjahres auf 11-14 Stunden und fällt danach langsam weiter.

Es wird vermutet, dass die lange Schlafdauer dem Wachstum und der Entwicklung des Gehirns geschuldet ist, ersteres konnte jedoch in einer Studie nicht bestätigt werden.

Jugendlicher

Jugendliche schlafen bis zum Erreichen der Volljährigkeit länger als Erwachsene, aber deutlich kürzer als Kinder, das Ideal liegt zumeist bei 8-10 Stunden. Die tatsächliche Schlafdauer liegt jedoch durchschnittlich niedriger.

Ausreichend Schlaf ist in dieser Lebensphase besonders wichtig für physische und psychische Gesundheit sowie Konzentrationsfähigkeit, Sozial- und Risikoverhalten.

Erwachsener

Erwachsene sollten sich bezüglich der Schlafzeit und –dauer soweit wie möglich nach ihren individuellen Bedürfnissen richten. Der Versuch Schlafgewohnheiten zu ökonomisieren und anderen Lebensumständen anzupassen, geht gewöhnlich langfristig nicht ohne körperliche und seelische Schäden einher.

Alte Menschen

Alten Menschen wurde lange Zeit ein deutlich geringeres Schlafbedürfnis nachgesagt, umgangssprachlich als „senile Bettflucht“ bezeichnet. Diese äußert sich insbesondere durch freiwilliges frühes Aufstehen. Die Existenz ist jedoch umstritten. Einige Wissenschaftler gehen von einem tatsächlich niedrigeren Schlafbedürfnis aus, ausgelöst durch einen im Alter ausgeschütteten Botenstoff.

Andere hingegen sehen die Ursachen für das frühe Aufstehen vor allem in frühem Zubettgehen aufgrund fehlender Alternativen und sozialer Isolation. Auch primäre Schlafstörungen aufgrund mangelnder Tagesaktivitäten und Beschwerden durch körperliche Erkrankungen kommen infrage.

Bei der Beurteilung von Schlaf im Alter ist daher besonderes Gewicht auf die Identifizierung und gegebenenfalls Beseitigung dieser Faktoren zu legen. Das trifft nicht zu, wenn Betroffene sich ausreichend erholt fühlen und mit ihrem Schlafrhythmus zufrieden sind.

Warum ist Schlaf wichtig?

Erholsamer Schlaf - absolut notwendig für unser körperliches und geistiges Wohlbefinden.

Nicht jede einzelne Funktion des menschlichen Schlafs ist bereits vollständig erforscht. Als wahrscheinlich wird angenommen, dass er essenzielle Funktionen bei der Entwicklung des Gehirns und Regeneration der Nervenzellen hat. Zudem ist er Teil der Speicherung und Verarbeitung von Informationen.

Weiterhin wird vermutet, dass er an der Ausschwemmung von Giftstoffen aus dem Gehirn beteiligt ist, sodass ein Zusammenhang mit Verhinderung bestimmter Erkrankungen bestehen könnte.

Wie wirkt sich Schlaf auf unseren Körper aus

Schlaf dient in erster Linie der physischen und psychischen Erholung. Während des Schlafens verbessert sich die Wundheilung, in Experimenten können zudem Entscheidungsfindung und Problemlösung verbessert werden, wenn eine Schlafphase dazwischen stattfindet.

Fragen zum Schlaf

Nach wie vor stellen sich viele verschiedene Fragen rund um das Thema Schlaf, das unterschiedliche Forschungsbereiche beschäftigt.

Ist zu viel schlafen ungesund?

Immer wieder finden sich Berichte darüber, dass zu viel Schlaf ungesund sei. Tatsächlich scheinen einige Untersuchungen zu bestätigen, dass Menschen, die regelmäßig länger als neun Stunden schlafen, eine kürzere Lebenszeit haben. Allerdings lassen sich diese Ergebnisse nicht verallgemeinern, insbesondere, da unklar ist, ob viel Schlaf und früherer Tod möglicherweise eine gemeinsame dritte Ursache haben.

Was ist die optimale Schlafdauer?

Die optimale Schlafdauer ist individuell und wird durch das persönliche Gefühl bestimmt: Wer sich an den allermeisten Tagen konzentriert, ausgeruht und leistungsfähig fühlt, schläft ausreichend. Mediziner sehen das Schlafbedürfnis als gesund an, wenn ein Mensch zwischen 4 und 12 Stunden täglich schläft.

Was ist ein gesunder / perfekter Schlaf?

Ein gesunder Schlaf definiert sich, ebenso wie die optimale Schlafdauer, über das Erholungsgefühl am nächsten Tag. Ständige Erschöpfung oder Tagesmüdigkeit sollten als Warnzeichen betrachtet werden, auch wenn auf den ersten Blick ausreichend geschlafen wird. Möglicherweise ist in diesem Fall jedoch die Schlafqualität beeinträchtigt, beispielsweise durch unentdeckte Formen des Restless-Legs-Syndroms oder Schlaf-Apnoe.

Was passiert bei zu viel Schlaf?

Was bei zu viel Schlaf passiert, ist noch unklar. Betroffene beschreiben gelegentlich, sich durch zu viel Schlaf müde zu fühlen. Einige Studien sehen auch Zusammenhänge mit der Entwicklung von Depressionen, Herzerkrankungen, Vergesslichkeit oder Übergewicht. Hier ist der Ursache-Wirkung-Zusammenhang allerdings nicht hinreichend geklärt.