Schlafmittel

Schlafmittel fassen alle Präparate zusammen, die zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt werden. Dabei kann es sich ebenso um pharmazeutische wie um pflanzliche Produkte handeln, einige Betroffene setzen auch Placebos ein. Die richtige Wahl ist oft entscheidend für die Bekämpfung einer Schlafstörung, unter Umständen sind jedoch mehrere Versuche notwendig. Besondere Beachtung muss der Verhinderung einer Suchtentwicklung gelten.

Welche Schlafmittel für welche Personen geeignet sind, hängt von vielen Faktoren ab:

  • Alter
  • Schwangerschaft / Stillzeit
  • Ursache der Schlafstörung
  • Art der Schlafstörung (akut oder chronisch)
  • Intensität der Schlafstörung / Leidensdruck
  • Nebenwirkungen / individuelle Verträglichkeit bestimmter Produkte
  • Vorgeschichte mit Suchterkrankung
  • weitere Erkrankungen
  • Vorhandensein / Wirksamkeit anderer möglicher Maßnahmen

Wann sind Medikamente sinnvoll?

Medikamente gegen Schlafstörungen kommen immer dann infrage, wenn der Schlafmangel einen erheblichen Leidensdruck verursacht und nicht (mehr) anderweitig zu bekämpfen ist. Hier spielt auch die mögliche Verschlechterung des Zustandes durch weitere Erkrankungen physischer und psychischer Natur durch die Schlafstörung eine Rolle.

Akute Schlafstörungen

Akute Schlafstörungen treten unvermittelt und oft heftig auf. Ursächlich ist in den meisten Fällen eine sehr belastende Situation, beispielsweise eine schwere Krankheitsdiagnose oder ein psychisches Trauma durch einen Unfall, Todesfall oder ein Verbrechen.

Schlafmittel werden in diesem Fall eingesetzt, um Betroffenen ein gewisses Maß an Erholung zu ermöglichen und ihre Alltagsfähigkeit zu erhalten. Hier werden oftmals Präparate eingesetzt, die eine relativ starke Wirkung zeigen und nicht zum Dauereinsatz geeignet sind. Sie bekämpfen in direkter Weise nur die Symptome, jedoch nicht unbedingt die Ursachen der Schlafstörung.

Chronische Schlafstörungen

Chronische Schlafstörungen zeichnen sich durch eine langandauernde Beeinträchtigung des Schlafes aus. Aus diesem Grund sind die meisten Schlafmittel gewöhnlich nicht zur Behandlung geeignet. Ausnahmen gelten nur für Präparate, die keine Abhängigkeit erzeugen. Andere Medikamente können unter Umständen kurzfristig eingesetzt werden, um den Teufelskreis der Schlafstörung zu durchbrechen. Ansonsten werden vorwiegend schlafhygienische Maßnahmen genutzt.

Primäre Insomnie

Eine Schlafstörung ohne erkennbare organische oder psychiatrische Ursache wird als primäre Insomnie bezeichnet. Sie kann sich schleichend oder aufgrund einschneidender Lebensereignisse entwickeln. Die Einschlafzeit ist oft verlängert oder der Schlaf wird als nicht erholsam empfunden.

In der Folge werden für die Schlafhygiene negative Gewohnheiten, beispielsweise langes Grübeln, Arbeiten im Bett, dem eigenen Biorhythmus unangepasste oder zu lange Bettliegezeiten angenommen. Diese gehen erneut mit einer verschlechterten Schlafqualität und häufig auch durch Erschöpfung verringerten Lebensfreude einher.

Daraus kann eine sich selbst verstärkende Dynamik entstehen. Um diese aufzulösen, können kurzfristig Schlafmittel eingesetzt werden. Jedoch sollte vermieden werden, dass Betroffenen verinnerlichen, ihre Schlafqualität ließe sich nur mit Schlafmitteln aufrechterhalten. Stattdessen sollten schlafhygienische Maßnahmen erlernt und konsequent trainiert werden.

Sekundäre Insomnie

Eine Schlafstörung kann ihre Ursache auch in einer psychischen oder physischen Erkrankung haben – Beispiele sind Depressionen oder Krankheiten, die mit dauerhaften Schmerzen einhergehen, wie Rheuma. In diesem Fall wird von einer sekundären Insomnie gesprochen. Eine Behandlung der Grunderkrankung ist zumeist zielführender als der Einsatz von Schlafmitteln, da sonst eine Abhängigkeit entstehen kann. Im Falle tödlicher Erkrankungen wird diese jedoch häufig bewusst in Kauf genommen.

Wann dürfen keine Schlafmittel eingenommen werden?

Es besteht eine Reihe von Umstände, die den Einsatz der meisten Schlafmittel verbieten. Hierzu zählen in den meisten Fällen Schwangerschaft und Stillzeit, da viele Präparate Ungeborene und Säuglinge schädigen können. Bei Erkrankungen, die mit einer Störung des Gleichgewichts oder Kreislaufs einhergehen, können sedierende Mittel ebenfalls häufig kontraindiziert sein.

Weitere Gegenanzeigen und Einschränkungen sind gegebenenfalls dem jeweiligen Beipackzettel zu entnehmen. Besondere Vorsicht bei suchterzeugenden Mitteln ist immer dann geboten, wenn bereits eine Suchterkrankung besteht, beispielsweise von Alkohol oder Drogen. Lag in der Vergangenheit schon einmal eine Abhängigkeit von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln vor, dürfen diese nur in lebensbedrohenden Notfällen eingesetzt werden. Besteht jedoch aktuell eine Sucht, dürfen Schlafmittel nicht abrupt abgesetzt werden, da die Entzugserscheinungen lebensgefährlich sein können. Ein Entzug lässt sich im Normalfall nicht durch den Einsatz anderer Schlafmittelgruppen abmildern.

Vorsicht ist auch bei älteren oder dementen Patienten angebracht: Zum Einen erhöhen alle nicht-pflanzlichen Schlafmittel die Sturzgefahr, teils beträchtlich. Zum Anderen erscheint es zwar naheliegend und bequem, unruhigen Patienten auf diese Art eine angemessene Nachtruhe zu gewährleisten, die Einnahme der meisten Schlafmittel kann jedoch mit einem erhöhten Maß an Verwirrung einhergehen.

Pflanzliche Schlafmittel

Aufgrund der Nebenwirkungen und Gefahren setzen viele Betroffene lieber auf pflanzliche Schlafmittel. Tatsächlich existieren einige Präparate mit schlafanstoßender Wirkung. Generell gilt jedoch, dass diese gewöhnlich weniger intensiv wirken als die chemischen Alternativen. Andererseits sind zumeist kein Abhängigkeitspotenzial und weniger Nebenwirkungen zu befürchten – was jedoch nicht heißt, dass die Anwendung vollkommen risikofrei ist.

Daher sollte auch bei der Anwendung pflanzlicher Präparate der Beipackzettel gelesen und beachtet werden. Besonders wichtig ist zudem, auf eine ausreichende Menge an Inhaltsstoffen zu achten. Diese variiert oftmals beträchtlich, da es sich bei den angebotenen Präparaten zumeist nicht um Medikamente handelt.

Oft werden Kombipräparate angeboten, die mehrere Extrakte enthalten. Dagegen spricht grundsätzlich nichts, allerdings ist auch hier die Konzentration der einzelnen Wirkstoffe wichtig. Zu den am meisten genutzten Pflanzen zählen:

  • Baldrianwurzel (Valeriana officinalis)
  • Passionsblume (Passiflora)
  • Melisse (Melissa officinalis)
  • Hopfen (Humulus lupulus)
  • Cannabis

Vorteile

Die Vorteile pflanzlicher Mittel liegen klar bei den geringfügigen Nebenwirkungen – in einigen Fällen sind, von der Möglichkeit einer allergischen Reaktion abgesehen, überhaupt keine Nebenwirkungen bekannt. Zudem verändern sie dem aktuellen Stand der Forschung nach die Schlafarchitektur nicht.

Deshalb lassen sie sich auch für medizinische Laien relativ einfach anwenden und absetzen. Eine Toleranzentwicklung ist nicht zu befürchten. Dazu lassen sie sich, von medizinischen Cannabisprodukten abgesehen, rezeptfrei und relativ günstig erwerben. Für viele Betroffene eignen sie sich daher als sinnvolle Ergänzung zu schlafhygienischen Maßnahmen sowie der Ursachenbekämpfung einer Schlafstörung.

Nachteile

Zu allen genannten Pflanzenpräparaten existieren bislang lediglich Hinweise, Vorstudien oder Erfahrungswerte. Eine wissenschaftlich erwiesene Wirksamkeit konnte bis jetzt ausschließlich bei Hopfenpräparaten bestätigt werden. Dazu wirken pflanzliche Stoffe oft noch deutlich individuell unterschiedlicher und zudem weniger stark als klassische Medikamente.

Betroffene benötigen also ein erhebliches Maß an Geduld und den Willen zum wiederholten Testen, um die für sie richtigen Präparate zu finden. Mangels klarer Reglementierungen finden sich auch Präparate mit unzureichendem Wirkstoffgehalt. Insbesondere homöopathische Mittel, die nur noch minimale oder keine wirksamen Bestandteile mehr enthalten, lassen sich von Laien oft nur schwer von regulären pflanzlichen Präparaten unterscheiden.

Synthetische Schlafmittel

Als synthetische Schlafmittel werden alle synthetisch erzeugten Medikamente bezeichnet, die gegen Schlafstörung eingesetzt werden können. Dabei kann es sich auch um Medikamente im „Off label use“ handeln, also um Präparate oder Stoffgruppen, die hauptsächlich gegen andere Beschwerden eingesetzt werden, aber bei weiteren Symptomen Anwendung finden.

Benzodiazepine

Bei Benzodiazepinen handelt es sich um eine Gruppe von Beruhigungsmitteln, die chemisch eine polyzyklische, organische Verbindung als Basis haben. Sie werden unter anderem genutzt, um akute Angstzustände und Schlafstörungen sowie weitere schwere Erregungszustände zu behandeln, aber auch zur Vorbereitung von Operationen und als Notfallmedikament bei Krämpfen.

Aufgrund der raschen Abhängigkeitsentwicklung ist ein Gebrauch ausschließlich kurzfristig – je nach Person 10-28 Tage am Stück – gefahrlos möglich. Daher eignet sich diese Medikamentengruppe vor allem für Personen, die unter schweren akuten Schlafstörungen leiden. Patienten müssen in diesen Fällen intensiv über die Risiken des Einsatzes aufgeklärt werden.

Vorteile

Benzodiazepine, allen voran Diazepam, werden in der modernen Medizin als unerlässlich bezeichnet. Das liegt vor allem an ihrem breiten Einsatzgebiet und der relativ guten Verträglichkeit bei rascher und zuverlässiger Wirksamkeit. Zwar sind, wie bei allen Medikamenten, auch hier Nebenwirkungen möglich, allerdings sind sie im Vergleich zu vorher vorhandenen Alternativen seltener und weniger schwerwiegend. Gleichzeitig ist die Gefahr einer Überdosierung gering.

Die LD50, d. h. die Substanzmenge, die für 50% der Empfänger tödlich wirkt, wird für Menschen auf mehr als 1000 mg geschätzt, wobei die meisten Präparate eine Dosierung von 10 mg pro Einzeldosis aufweisen. Auch von Überlebenden nach einer Dosierung von 2 g wurde berichtet – hier kann auch der Gewöhnungseffekt eine Rolle spielen.

Nachteile

Der mit Abstand problematischste Aspekt bei der Nutzung ist die Abhängigkeitsgefahr, die lange stark unterschätzt und von Herstellern verschwiegen wurde. So fanden sich erst zwanzig Jahre später, nachdem entsprechende Präparate auf den Markt gebracht wurden, Hinweise auf die Suchtgefahr im Beipackzettel. Bis dahin wurde vonseiten vieler Ärzte eher ein Laissez-faire Verschreibungsstil gepflegt.

Dies führte rasch zu einer hohen Anzahl Abhängiger, die jedoch zunächst oft nicht sichtbar wurden, da bis zum Absetzen der Medikamente kaum Probleme zu bemerken waren. Der Entzug jedoch ist langwierig, ohne medizinische Betreuung lebensgefährlich aufgrund starker Krampfneigung und schwerer Entzugserscheinungen. Aus diesem Grund gehen wahrscheinlich bis zu 1,2 Millionen der knapp 2 Millionen Medikamentenabhängigen in Deutschland auf Benzodiazepine zurück.

Nicht-Benzodiazepin-Agonisten

Nicht-Benzodiazepin-Agonisten weisen ein den Benzodiazepinen sehr ähnliches Profil auf, da sie sich an dieselben Rezeptoren (GABA) binden. Chemisch sind sie jedoch nicht mit ihnen verwandt, weshalb sich Entzugssymptome der jeweils anderen Gruppe nicht lindern lassen. Aufgrund bestimmter wünschenswerter Eigenschaften stellen sie die mittlerweile am häufigsten verschriebene Schlafmittelgruppe dar. Zumeist werden sie als Z-Medikamente oder Z-Drugs bezeichnet, da die Bezeichnungen der beliebtesten Präparate mit Z beginnen.

Insgesamt gelten im Umgang mit dieser Substanzklasse die gleichen Bedingungen wie für Benzodiazepine. Allerdings sind entkrampfende und entspannende Eigenschaften geringer ausgeprägt.

Vorteile

Die zuverlässige und rasche Wirksamkeit hat Z-Medikamente zu einer beliebten Alternative zu den zuvor führenden Benzodiazepinen werden lassen. Zugleich sind die Halbwertszeiten kürzer, sodass viele Anwender von weniger lange andauernden Problemen am Folgetag einer Einnahme berichten. Eine tödliche Überdosierung ist, ohne die Mischung mit anderen Medikamenten, Drogen oder Alkohol, schwierig und daher selten. Sie sind somit ebenfalls gut geeignet für einen kurzfristigen, kontrollierten Einsatz nach Bedarf.

Nachteile

Aufgrund der veröffentlichten pharmazeutischen Studien wurde lange davon ausgegangen, dass das Suchtpotenzial von Z-Medikamenten deutlich geringer ist als das von Benzodiazepinen. Leider erwies sich diese Annahme in der Praxis als falsch – das Risiko ist ebenso hoch und auch die Schwere der Entzugserscheinungen vergleichbar.

Ein Einsatz über einen längeren Zeitraum führt daher rasch zu starker Abhängigkeit. Zudem sind die Medikamente nicht für Personen mit vorangegangener Abhängigkeitserkrankung geeignet. Ein weiterer Aspekt ist, dass Nicht-Benzodiazepin-Agonisten bei ausreichend hoher Dosierung nicht nur schlaffördernd, sondern stattdessen schlaferzwingend wirken, was oft unerwünscht ist.

Barbitursäure-Abkömmlinge

Barbitursäure war, in unterschiedlichen chemischen Varianten, lange Zeit die Grundsubstanz für die meistgenutzten Schlafmittel, die Barbiturate. Ihre Wirkung ist schlaferzwingend, schnell und sehr stark. Heutzutage werden sie nur noch sehr selten, kurzfristig und gewöhnlich stationär bei ansonsten unbehandelbaren Schlafstörungen einsetzt. Ansonsten dienen sie der Narkoseeinleitung.

Thiopental und ähnlich hochpotente Abkömmlinge der Barbitursäure waren das meistgenutzte Hinrichtungsmittel in den USA, bis ein Ausfuhrverbot der EU die Nutzung unterband.

Vorteile

Aufgrund ihrer hohen Potenz und großen Zuverlässigkeit galten Barbiturate lange als sehr gute Schlafmittel. Sie haben eine besonders starke schlaferzwingende Wirkung.

Nachteile

Barbiturate können verhältnismäßig starke Nebenwirkungen aufweisen. Hauptproblem in der Anwendung ist jedoch die niedrige tödliche Dosis, die nah an der wirksamen Dosierung liegt. Ein Einsatz in der Narkosemedizin bei ständiger Überwachung der Vitalfunktionen ist daher weniger riskant, jeder andere jedoch schon. Diese Eigenschaft führte in den Jahrzehnten der starken Nutzung von Barbituraten zu einer sehr hohen Zahl beabsichtigter und versehentlicher Todesfälle durch Überdosierung. Das hohe Suchtpotenzial der Stoffgruppe verstärkt ihr Risiko zusätzlich.

Antihistaminika

Antihistaminika sind den meisten Menschen als Mittel gegen Allergie bekannt – eine der häufigsten Nebenwirkungen stellt Müdigkeit dar. Dies gilt besonders für die sogenannten H1-Antihistaminika, die starke Wirkung auf verschiedene Rezeptoren (u. a. Dopamin, Serotonin) aufweisen und daher sedierend wirken.

Vorteile

Da von Antihistaminika eine deutlich geringere Abhängigkeitsentwicklung ausgeht, eignen sie sich besser für den gelegentlichen Gebrauch als die meisten anderen Schlafmittel. Auch ein Einsatz bei Betroffenen mit Suchtvergangenheit ist möglich – allerdings dürfen die Medikamente keinesfalls mit anderen Substanzen, Alkohol oder MAO-Hemmern (Antidepressiva) kombiniert werden.

Nachteile

Auch Antihistaminika dürfen nicht dauerhaft genutzt werden, da sie ebenfalls Nebenwirkungen entwickeln können. Zu ihnen gehört gesteigerte Tagesmüdigkeit mit verlangsamten Reaktionszeiten. Zugleich wird die Schlafarchitektur beeinflusst, insbesondere der REM-Schlaf kann stark vermindert sein, was entsprechende negative Symptome wie übermäßigen Hunger oder Konzentrationsschwierigkeiten nach sich ziehen kann. Daher ist der Einsatz nur kurzfristig beziehungsweise mit größerem Abstand zu empfehlen.

Antidepressiva

Einige Antidepressiva zeigen eine dämpfende Wirkung, die besonders Patienten zugute kommt, die neben Schlafstörungen auch unter Ängsten leiden. Oft werden Antidepressiva auf Basis von Erfahrungen im Offlabel-Einsatz oder aufgrund gleichzeitig bestehender psychischer Störungen eingesetzt. Am häufigsten verwendetes Präparat ist Amitriptylin.

Vorteile

Im Gegensatz zu vielen anderen Psychopharmaka gelten Antidepressiva als relativ verträglich und mit nur geringem Suchtpotenzial belastet. Zudem erweist es sich als vorteilhaft, gleichzeitig bestehende psychische Erkrankungen behandeln zu können, ohne Wechselwirkungen aufgrund des Einsatzes mehrerer Wirkstoffe zu riskieren.

Nachteile

Es mehren sich Hinweise darauf, dass Antidepressiva, insbesondere im Langzeiteinsatz, mehr Nebenwirkungen haben als bislang angenommen. Zu ihnen zählen auch einige schwerwiegende Gesundheitsprobleme wie dauerhafte Sexualdysfunktion, höheres Risiko für ein (erneutes) Auftreten von Depressionen, Aggression und Suizid. Diese Wirkungen sind aktuell noch nicht ausreichend untersucht.

Weiterhin wird, sowohl von Ärzten als auch Patienten, häufig angenommen, dass keine wirkliche Suchtgefahr besteht. Allerdings weisen die Beipackzettel nahezu aller Präparaten auf Absetzerscheinungen nach Beendigung der Therapie hin, was für eine Abhängigkeitsentwicklung spricht. Auch Berichte von Patienten zeigen, dass das Absetzen vereinzelt als problematisch empfunden wird.

Neuroleptika

Neuroleptika werden gewöhnlich zur Behandlung von Psychosen und verwandten Störungen eingesetzt. Sie besitzen antipsychotische und sedierende Eigenschaften – aufgrund letzterer ist ein Einsatz als Schlafmittel möglich. Hierbei kommen jedoch nur niederpotente Neuroleptika, beispielsweise Quetiapin infrage, bei deren Wirkung die sedierenden Eigenschaften dominieren.

Vorteile

Neuroleptika können im Rahmen von wahnhaften oder psychotischen Störungen sinnvoll als Schlafmittel dienen, da sie den Patienten eine bessere Nachtruhe ermöglichen. Zudem ist die Gefahr einer Abhängigkeit zwar vorhanden, aber geringer als bei anderen Stoffklassen.

Nachteile

Auch niedrigpotente, gering dosierte Neuroleptika können erhebliche Nebenwirkungen aufweisen. Insbesondere im Langzeiteinsatz sind Hirnschäden möglich. Betroffene berichten zudem häufig über starke Nachwirkungen am Folgetag. Ein Einsatz sollte daher nur kurzfristig bzw. mit ausreichenden Abständen erfolgen.

Chloralhydrat

Das auf Chlor basierende Chloralhydrat war das erste Schlafmittel, das synthetisch hergestellt werden konnte. Lange war es aufgrund seiner Wirksamkeit sehr beliebt, bis es durch verträglichere Medikamente abgelöst wurde. Heute kommt es in Ausnahmefällen zum Einsatz, wenn andere Alternativen kontraindiziert sind, beispielsweise bei einer Nicht-Verträglichkeit von Benzodiazepinen.

Vorteile

Chloralhydrat war in erster Linie dank seiner schnellen und zuverlässigen Wirkung sehr gefragt.

Nachteile

Aufgrund der Abhängigkeitsgefahr und der intensiven, teils lebensgefährlichen möglichen Nebenwirkungen wird das Präparat heute nur noch in Ausnahmefällen genutzt.

Clomethiazol

Bei Clomethiazol handelt es sich um ein sedierendes Psychopharmakum, das in erster Linie zum Alkoholentzug eingesetzt wird. In Ausnahmefällen kann es auch zur Behandlung schwerer Schlafstörungen verwendet werden.

Vorteile

Clomethiazol weist eine außerordentlich starke Wirkung auf, auch wenn andere Präparate wirkungslos bleiben oder nicht vertragen werden.

Nachteile

Wegen seiner erheblichen Nebenwirkungen im Bereich des Atem- und Kreislaufsystems darf Clomethiazol ausschließlich stationär und streng überwacht eingesetzt werden. Die Kombination mit Alkohol endet nicht selten tödlich. Zudem geht von dem Wirkstoff eine erhebliche Abhängigkeitsgefahr aus, weshalb es sich nur für eine sehr kurzfristige Nutzung eignet.

Andere Substanzen

Neben den genannten existieren eine Reihe weiterer Substanzen, denen schlaffördernde Effekte nachgesagt werden. Andere dienen der Linderung mit Schlafproblemen zusammenhängender Schwierigkeiten wie Schmerzen.

L-Tryptophan

Bei Tryptophan (gewöhnlich in der L-Form des Stereoisomers vorliegend) handelt es sich um eine essenzielle Aminosäure des menschlichen Körpers. Sie kann durch verschiedene Nahrungsmittel wie Milch, Fleisch, Kakao, Soja, Nüsse oder Hülsenfrüchte aufgenommen werden. Die Aminosäure spielt auch bei der Erhaltung eines gesunden Schlaf eine Rolle, weshalb ein Mangel zu einer Verminderung der Schlafqualität führen kann. Dieser ist jedoch in westlichen Ländern außerordentlich selten.

Allerdings kommt es bei der Aufnahme vom Blut ins Gehirn gelegentlich zu Engpässen, da die notwendigen Carrier-Proteine von fünf weiteren Aminosäuren genutzt werden. Eine Aufnahme kann daher verzögert sein. Dieses Problem lässt sich durch gleichzeitige Zufuhr von Kohlenhydraten umgehen – so kommt die schlaffördernde Wirkung von heißem Kakao oder heißer Milch mit Honig zustande.

Vorteile

Bei Einsatz der genannten Hausmittel ist nicht mit Nebenwirkungen zu rechnen, grundsätzlich können sie also von jeder Person genutzt werden. Liegt eine Stoffwechselerkrankung, Mangelernährung oder ein über das Blutbild nachgewiesener Mangel vor, kann Tryptophan auch als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.

Nachteile

Da ein Tryptophanmangel unwahrscheinlich ist, können mit der Zufuhr von Tryptophan im Rahmen von Nahrungsmitteln zumeist nur kleine Effekte erreicht werden. Keinesfalls sollte das dazu verführen, Nahrungsergänzungsmittel zu wählen, denn ohne gesicherte Hinweise auf einen tatsächlichen Mangel kommt es schnell zu Überdosierungen, zudem kann keine Verbesserung der Symptome erreicht werden.

Melatonin

Das für den Schlaf wichtigste körpereigene Hormon ist das Melatonin, da es für die Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus zuständig ist. Ein Mangel oder fehlende Ausschüttung kann daher Schlafprobleme verursachen. Da die Ausschüttung abhängig vom Einfall bestimmter Lichtwellenlängen in die Augen ist, zielen viele schlafhygienische Maßnahmen auf die Wiederherstellung einer natürlichen Melatonin-Ausschüttung.

Erste Studien zeigen, dass eine künstliche Zufuhr vor allem bei schlafrhythmischen Problemen im Falle eines Jetlags oder von Schichtarbeit hilfreich sein kann. Eine Wirkung bei anderweitig verursachten Schlafstörungen ist noch nicht nachgewiesen.

Vorteile

Unter der Einnahme von Melatonin konnten bislang nur wenige bis keine Nebenwirkungen festgestellt werden, allerdings ist die bisherige Studienlage noch nicht sehr aussagekräftig. Personen mit Depressionen können unter Umständen einen Serotoninmangel ausprägen. Da Melatonin aus Serotonin weitersynthetisiert wird, kann daraus unter Umständen auch ein Melatoninmangel und daher die häufig mit Depressionen verbundenen Schlafstörungen resultieren. Hier könnte eine Therapie mit Melatonin hilfreich sein.

Nachteile

Andererseits gilt Melatonin als Gegenspieler von Serotonin und hat eine dämpfende Wirkung auf die Stimmung. Erhöht sich während eines Serotoninmangels die Melatoninzufuhr, könnte daraus also auch eine mögliche Verschlechterung der Symptome einer Depression resultieren. Der Einsatz sollte daher ärztlich abgeklärt sowie überwacht und keinesfalls in Eigenregie vorgenommen werden.

Grundsätzlich ist die Wiedererlangung einer ausreichenden, regelmäßigen körpereigenen Melatoninausschüttung mittels schlafhygienischer Maßnahmen der künstlichen Zufuhr vorzuziehen, da hierbei keine negativen Wirkungen zu erwarten sind.

Phenothiazine

Phenothiazine sind eine Stoffgruppe mit sehr weitreichendem Wirkpotenzial, die chemisch einigen weiteren Psychopharmaka ähneln. Sie wirken dabei auf eine Reihe verschiedener Rezeptoren, zu denen auch die für den Neurotransmitter Dopamin zuständigen zählen.

Vorteile

Aufgrund des sehr ausgedehnten Wirkspektrums vieler Phenothiazine, zu dem krampflösende, antiallergische, lokalanästhetische und viele weitere Effekte zählen, eignen sich einige Präparate zur Behandlung mehrerer Symptome. Dies kann der Fall sein, wenn eine Erkrankung beispielsweise gleichzeitig ein Sedativum und ein Neuroleptikum erfordert.

Nachteile

Die Vielzahl an Wirkungen geht bei den meisten Präparaten auch mit vielen Nebenwirkungen einher, von denen einige Herz- und Wärmesteuerungssystem betreffen und daher lebensbedrohlich sind. Ein Einsatz bei Schlafstörungen ist daher eher eine Ausnahme und der klinischen Versorgung vorbehalten.

Analgetika

Als Analgetika werden alle Medikamente bezeichnet, die eine schmerzlindernde Wirkung aufweisen. Gewöhnlich sind sie nicht als schlaffördernde Medikamente geeignet, eine Ausnahme besteht, wenn akute oder chronische Schmerzen die Ursache für die Schlafprobleme sind.

Vorteile

Sind Schmerzen die Ursache für Schlaflosigkeit, kann eine gut eingestellte Schmerztherapie – insbesondere kurzfristig – helfen, wieder Ruhe zu finden und damit unter Umständen auch die Heilung beschleunigen.

Nachteile

Viele Schmerzmittel machen, ebenso wie Beruhigungsmittel, abhängig und haben eine Reihe Nebenwirkungen. Daher ist es auch in diesem Fall wichtig, die Behandlungsdauer so kurz wie nötig zu halten. Zudem handelt es sich bei Schmerzen stets um ein Warnzeichen, deren Ursache gefunden und falls möglich behandelt werden sollte.

Wie lange Schlafmittel nehmen

Für Schlafmittel gilt das Gleiche wie für nahezu alle anderen Medikamente: Die Einnahme sollte so lange wie nötig und so kurz wie möglich erfolgen. Im Falle verschreibungspflichtiger Schlafmittel existieren verschiedene Einnahmepläne, die helfen sollen die Wirkung zu maximieren und gleichzeitig eine Sucht zu verhindern.

Dauer der Einnahme

Die Dauer einer Schlafmittelbehandlung hängt von der individuellen Schlafstörung und der Empfehlung des Arztes ab. Für Schlafmittel mit Abhängigkeitspotenzial, beispielsweise Benzodiazepine oder Z-Medikamente, liegt die maximale Einnahmedauer zumeist bei 10-14 Tagen. Bei einer unumgänglichen oder missbräuchlichen Einnahme von mehr als vier Wochen ist nahezu ausnahmslos ein überwachter Entzug notwendig.

Hierbei sollte den Betroffenen bewusst sein, dass eine Abhängigkeit von Beruhigungsmitteln häufig erheblich schwerere Konsequenzen hat als die eigentliche Schlafstörung. Im Falle sehr alter langzeitabhängiger oder tödlich erkrankter Personen wird eine Abhängigkeit oftmals in Kauf genommen.

Weniger problematisch stellt sich die längerfristige Einnahme von pflanzlichen Mitteln oder Melatonin dar. Auch Medikamente aus der Gruppe der Antihistaminika können über einen längeren Zeitraum angewendet werden – hier sind jedoch die negativen Folgen für die Schlafarchitektur zu bedenken.

Häufigkeit der Einnahme

Je nach Art und Intensität der Schlafstörungen sowie der jeweiligen Ursachen und möglichen Begleiterkrankungen erfolgt die Einnahme des Schlafmittels regelmäßig – zumeist abendlich – oder bei Bedarf. Eine geringere Einnahmehäufigkeit geht zumeist auch mit einer geringeren Suchtgefahr einher. Handelt es sich jedoch um ein Medikament, das einen gewissen Pegel aufbauen und eine weitere Erkrankung behandeln soll, wie es beispielsweise bei schweren Psychosen der Fall sein kann, ist eine regelmäßige Einnahme notwendig.

Bedarfstherapie

Im Falle einer Bedarfstherapie erhält der Betroffene eine kleine Menge zumeist verschreibungspflichtiger Medikamente, die er „nach Bedarf“, also nur bei Auftreten schwererer Schlafprobleme, einnehmen kann. Diese Methode eignet sich vor allem bei gelegentlichem Auftreten schwerer Schlafstörungen, beispielsweise im Falle von Schüben einer Erkrankung, besonderen Belastungen oder zwischen Schichtwechseln bei längerer Wechselschichtarbeit.

Von Nachteil ist häufig, dass andere Überlegungen zur Lösung der ursächlichen Probleme zugunsten der als einfacher empfundenen Einnahme des Schlafmittels vermieden werden. Unabhängig davon ist eine Bedarfstherapie auch mit pflanzlichen Mitteln möglich.

Intervalltherapie

Eine Intervalltherapie sieht einen längeren Einnahmezeitraum, gefolgt von einer abflachenden Phase geringerer Einnahmemengen und einer längeren Einnahmepause vor. Diese Intervalle können bei Bedarf wiederholt werden.

Häufig hält die schlafstabilisierende Wirkung auch über die Einnahme hinaus für einen längeren Zeitraum an, sodass auf diese Art die Gefahr einer Toleranzentwicklung und Abhängigkeit gemindert werden. Allerdings können regelmäßige Ausschleichphasen von Patienten als belastend empfunden oder gar nicht erst eingehalten werden, sodass sie unter Umständen trotzdem eine Abhängigkeit entwickeln.

Vorsicht ist auch bei Medikamenten mit sehr langer Halbwertszeit (z. B. Diazepam) geboten.

Kontrollierte Bedarfsintervalltherapie

Die kontrollierte Bedarfsintervalltherapie kombiniert die vorgenannten Ansätze insofern, als dass das Medikament an zwei bis drei Tagen pro Woche eingenommen werden darf. Dies geschieht wahlweise an vorher gemeinsam festgesetzten oder an vom Patienten frei gewählten Terminen. Auch hier soll damit die Suchtgefahr verringert werden.

Dies gelingt jedoch zumeist nur, wenn auf lange Sicht andere Maßnahmen zur Verbesserung der Schlafqualität erlernt und eingesetzt werden beziehungsweise eine bestehende Grunderkrankung behandelt wird.

Kombination von Schlafmitteln

In einigen Fällen, speziell bei psychischen Erkrankungen, werden verschiedene sedierende Mittel kombiniert, beispielsweise Benzodiazepine oder Z-Mittel mit Neuroleptika oder Antidepressiva. Nicht selten geschieht dies auch eigenmächtig. In beiden Fällen ist zu bedenken, dass die Wahrscheinlichkeit von – auch schweren – Neben- und Wechselwirkungen deutlich steigt.

Während eine tödliche Überdosierung bei Benzodiazepinen oder Z-Drugs alleine unwahrscheinlich ist, steigt das Risiko von lebensbedrohlichen Kreislauf- und Atemproblemen in Kombination mit weiteren zentralnervös dämpfenden Präparaten beträchtlich. Das gilt auch für die Kombination mit frei erhältlichen Mitteln wie Doxylamin, mit dämpfenden Schmerzmitteln oder mit Alkohol.

Absetzen von Schlafmitteln

Wie Schlafmittel sinnvoll abzusetzen sind, hängt von der Einnahmelänge und dem Präparat ab. Präparate ohne Abhängigkeitspotenzial können jederzeit abgesetzt werden. Anders sieht es bei süchtig machenden Substanzen aus – hier ist je nach Einnahmedauer eine ausschleichende Einnahme mittels Absetzplan oder ein kontrollierter Entzug notwendig. Im Falle einer bereits bestehenden Abhängigkeit kann ein kontrollierter Entzug die Wahrscheinlichkeit und Intensität der Entzugserscheinungen senken, jedoch nicht vollständig ausschließen.

Absetzpläne

Absetzpläne ermöglichen eine langsame Dosisreduktion zur Minderung von Entzugserscheinungen. Sie sehen eine schrittweise Reduktion der Ursprungsdosis, beispielsweise um die Hälfte oder ein Viertel, in Abständen zwischen einem Tag und mehreren Wochen vor. Je länger die Einnahme andauerte, desto geringer sollten die Dosisreduzierungen und desto länger die Abstände dazwischen ausfallen.

Kurzeinnahme

Absetzpläne eignen sich zum Absetzen von Schlafmitteln, die mit einem Abhängigkeits- und Gewöhnungseffekt einhergehen. Der Einsatz ist beispielsweise sinnvoll bei Antidepressiva, Neuroleptika oder einer Einnahme von Benzodiazepinen oder Z-Medikamenten kürzer als vier Wochen.

Langzeiteinnahme

Im Falle einer Langzeiteinnahme eignen sich Absetzpläne lediglich für Neuroleptika oder Antidepressiva. Insbesondere bei einer vorangegangenen Einnahme über viele Monate oder sogar Jahre ist dennoch mit Entzugserscheinungen zu rechnen.

Für einen Entzug von Benzodiazepinen oder Z-Medikamenten eignen sich Absetzpläne allein nicht, da als Nebenwirkung unter Umständen lebensbedrohliche Krampfanfälle auftreten können. Im Fall einer längeren Einnahme dieser Präparate ist ein stationärer Aufenthalt in einer Entzugsklinik oder die Behandlung durch einen erfahrenen Suchtmediziner sinnvoll. Zudem werden parallel antikonvulsive Medikamente eingesetzt.

Sedierung und Anästhesie

Einige Schlafmittel werden auch genutzt, um eine für den Patienten sanftere und nebenwirkungsärmere Narkose einzuleiten. Hier können Benzodiazepine eingesetzt werden, die sich aufgrund ihres angstlösenden Effekts und der geringen Nebenwirkungen gut eignen.

Es ist auch möglich, ärztlich überwacht Barbiturate anzuwenden, die eine deutlich stärker schlaffördernde bis schlaferzwingende Wirkung aufweisen. Bei höheren Dosierungen beider Stoffklassen kommt zudem oft eine Amnesie hinzu, die die Zeit kurz vor und nach dem Eingriff betrifft. Dieser Effekt ist zumeist gewünscht.

Probleme mit Schlafmitteln

Eine häufig unterschätzte Gefahr bei der Verordnung und Einnahme von Schlafmitteln sind Wechselwirkungen. Diese entstehen insbesondere mit anderen Mitteln mit zentralnervös dämpfender Wirkung und können lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Häufig fehlt verschreibenden Ärzten – nicht selten auch aus Zeitmangel – die Übersicht über die Medikamentierung der Patienten. Doch auch diese nehmen sich nicht immer die Zeit, den Beipackzettel zu kontrollieren.

Besonders häufig und problematisch sind Nebenwirkungen im Zusammenhang mit dämpfenden Schmerzmitteln wie Opioiden, Blutdruckmedikamenten, Allergiemedikamenten sowie allen Arten von Psychopharmaka. In einigen Fällen weisen die genutzten Schlafmittel sehr hohe Halbwertszeiten auf – das gilt im Besonderen für viele Benzodiazepine, Antidepressiva und Neuroleptika. In diesen Fällen sind oft Pausen von bis zu zwei Wochen einzuhalten, bevor ein Medikament mit ähnlicher Wirkung sicher eingenommen werden kann.

Missbrauch

In einigen Fällen werden Schlafmittel – hauptsächlich Benzodiazepine – missbräuchlich als Freizeitdrogen verwendet. Sie können zur Entspannung oder als „Downer“ nach der Einnahme aufputschender Substanzen genutzt werden. Die Verbreitung ist jedoch eher gering, da Medikamentenabhängigkeit nahezu ausschließlich auf ärztliche Verschreibungen zurückgeht.