Erschöpfung

Während Schläfrigkeit bereits nach ein paar Stunden Schlaf schwindet, kann es länger dauern, bis man sich von tiefgehender Erschöpfung erholt. Einige unterscheiden zwischen körperlicher und geistiger Erschöpfung. Die Trennlinie ist hier nicht ganz klar, denn unser mentales Wohlbefinden ergibt sich aus körperlichen Prozessen. Bei anhaltender, ganzheitlicher Erschöpfung spricht man sogar von einem "chronischen Erschöpfungssyndrom".

Sowohl Über- als auch Unterstimulation können mentale Erschöpfung verursachen. Es ist oft eine große Herausforderung die Symptome des Betroffenen richtig zu deuten und Ursachen zu diagnostizieren. Eine Umfrage ergab, dass Frauen mit obstruktiver Schlafapnoe eher über Erschöpfung, während Männer eher über Schläfrigkeit klagen.

Erschöpfung als Emotion

Normalerweise betrachten wir Erschöpfung oder Schläfrigkeit nicht als Emotion, aber es ist möglich, diese so zu sehen: Erschöpfung als "motivierender Ruhetrieb". Im 19. Jahrhundert identifizierte ein italienischer Physiologe Erschöpfung als Teil des homöostatischen Systems des Körpers. Wenn wir Erschöpfung als eine vom Gehirn abgeleitete Emotion betrachten (eher eine vom Verstand gesteuerte Emotion), erkennen wir, dass sich das Nervensystem, ähnlich wie unsere Muskulatur, nach einer schweren Belastung anpasst, um sich zu schützen und eine übermäßige Belastung des Körpers zu verhindern.

Wenn Müdigkeit ein "bewusstes Gefühl und kein physiologisches Ereignis" ist, könnte dies ein Bewusstsein unseres Verstandes für die Physiologie des Gehirns widerspiegeln. Als komplexes Gefühl würde Müdigkeit zusätzlich von Angst, Wut, Motivation usw. beeinflusst werden.

Der Unterschied zwischen Müdigkeit und Erschöpfung

Erschöpfung kann durch Überanstrengung sowie Inaktivität und ungesundes Essen entstehen. Auch eine Vielzahl von medizinischen Umständen (Krankheiten, Chemotherapie, etc.) können für Erschöpfung verantwortlich sein. Müdigkeit hingegen ist oft eine Begleiterscheinung, aber nicht dasselbe. Der Weg, sich von Erschöpfung zu erholen, ist Ruhe. Der Weg, sich von der Müdigkeit zu erholen, ist Schlaf. Chemikalien oder Medikamente wie Stimulanzien können sowohl der Erschöpfung als auch der Schläfrigkeit für kurze Zeit entgegenwirken.

Das größte Problem, wenn man nicht zwischen Erschöpfung und Müdigkeit differenziert: Man reagiert auf die falschen Signale. Menschen, die an einer Insomnie leiden, fühlen sich Erschöpft und gehen deswegen ins Bett. Dann liegen sie stundenlang wach und sind frustriert, weil sie nicht einschlafen können. Denn sie sind in Wirklichkeit gar nicht müde. Es ist wichtig sich über den Unterschied klarzuwerden, damit bei einer Behandlung die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden können.