Schlafwandeln

Schlafwandeln oder Somnambulismus umfasst das Sitzen, Stehen und Gehen während des tiefen NON-REM-Schlafes, normalerweise früher in der Nacht nach ein bis zwei Stunden Schlaf. Diese Schlafstörung ist eine der auffälligsten Parasomnien, da es andere Mitglieder im Haushalt erschrecken kann. Da Schlafwandler sich selbst und ihrer Umwelt schädigen können, ist es auch eine der gefährlichsten. Dabei können Schlafwandler während ihrer Episoden, die in der Regel 5 bis 10 min dauert, urinieren, stolpern oder fallen.

Wie häufig ist Schlafwandeln?

Schätzungsweise schlafwandeln 10 % aller Menschen irgendwann. Laut einer aktuellen Stanford-Studie haben 3,6 Prozent der Erwachsenen sind vergangenen Jahr geschlafwandelt. Wie viele Parasomnien ist Schlafwandeln bei Kindern, meist Jungen im Alter von 6 bis 12 Jahren, häufiger anzutreffen. Schlafwandeln ist bei Kindern die auch Nachtschrecken erleben häufiger, was einige Forscher glauben lässt, dass die beiden Schlafstörungen miteinander verbunden sind.

Symptome des Schlafwandelns

Zu den Symptomen gehören:

  • Aufsitzen im Bett und kleine Handbewegungen
  • Blick mit offenen Augen und leerem Ausdruck
  • Unangemessene Reaktionen auf Personen und Dinge im Raum
  • Nicht reaktionsfähig und schwer zu wecken
  • Urinieren an ungeeigneten Stellen
  • Keine Erinnerung an die Episode danach

Was verursacht Schlafwandeln?

Schlafwandeln wird vermutlich durch Stress, Müdigkeit, Schlafentzug und einige Medikamente verschlimmert. Schlafwandeln tritt am häufigsten im Tiefschlaf früh in der Nacht auf und ist daher häufiger bei Menschen, die mehr Zeit im Tiefschlaf verbringen.

Alkohol und Medikamente, die einen tiefen, NREM-Schlaf fördern, können schlafwandelnde Episoden auslösen. Einige Leute berichten von sogenannten "betrunkenen Schlafwandeln" oder schlafwandelndem Verhalten während des Rausches.

Andere Ursachen für Schlafwandeln sind:

  • Vererbung
  • Schlafentzug
  • Schlechte Schlafhygiene
  • Schlafen mit voller Blase

Diagnose

Eine Diagnose ist nicht nötig und es müssen keine Tests oder Schlafstudien gemacht werden. Der behandelnde Arzt kann jedoch untersuchen, ob noch weitere Schlafstörungen zugrunde liegen.

Behandlung

Im Allgemeinen wachsen Kinder aus dem Schlafwandeln heraus, sodass eine Behandlung nicht notwendig ist. Es gibt jedoch Möglichkeiten das Risiken zu minimieren:

  • Verbesserung der Schlafhygiene
  • Vermeidung von Stress und Angstzuständen, in einigen Fällen kann Hypnose helfen, Stress und Angst zu lindern, die zum Schlafwandeln beitragen
  • Änderung der Schlafumgebung zur Reduzierung von Stolperfallen
  • Entleeren der Blase vor dem Schlafengehen

Selten werden Benzodiazepin-Medikamente gegen das Schlafwandeln verschrieben.

Darf man Menschen die Schlafwandeln wecken?

Dass man Menschen, die Schlafwandeln nicht wecken darf, ist ein Mythos. Es ist sogar sicherer sie zu wecken oder sanft zurück ins Bett zu führen.