Gewichtsdecke

Für viele Menschen sind Gewichtsdecken aus gutem Grund zu einem routinemäßigen Bestandteil des Stressabbaus und gesunder Schlafgewohnheiten geworden. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Gewichtsdecke unter anderem Menschen mit Angst, Autismus und Schlaflosigkeit helfen können.

In diesem Ratgeber erklären wir wie Gewichtsdecken funktionieren und welche Vorteile und Risiken die Verwendung dieser therapeutischen Decken mit sich bringt.

Was ist eine Gewichtsdecke?

Eine Gewichtsdecken ist eine Decke, die mit gleichmäßig verteilten Gewichten ausgestattet ist. Diese Gewichte machen sie schwerer als eine typische Decke und der gleichmäßige Druck entspannt das Nervensystem und gibt ein Gefühl von Geborgenheit.

Wie hoch sollte das Gewicht sein?

Das Gewicht der Decke hängt vom Körpergewicht der jeweiligen Person ab und sollte etwa zwischen 5 und 10 % liegen. Eine zu schwere Decke fühlt sich unangenehm an und stört den Schlaf. Auch Kinder können gewichtete Decken verwenden; für die meisten Kinder wird eine Decke, die etwa 10 % ihres Körpergewichts ausmacht, die besten Ergebnisse erzielen.

Gewichtete Decken bergen Gesundheits- und Sicherheitsrisiken für Kinder unter acht Jahren; Kinder in dieser Altersgruppe sollten die Verwendung einer Gewichtsdecke vermeiden, es sei denn, sie wurde von einem Arzt oder zugelassenen Therapeuten verschrieben.

Was sind die Vorteile der Verwendung einer Gewichtsdecke?

Gewichtsdecken sind therapeutische Decken, die zwischen 2 und 15 kg wiegen. Das hilft:

  • Schmerzen zu lindern
  • Ängste abzubauen
  • Stimmung zu verbessern
  • Entspannung fördern

Wer kann von einer Gewichtsdecke profitieren?

Forscher haben die Wirksamkeit von Gewichtsdecken unter verschiedenen Bedingungen untersucht. Obwohl noch mehr Forschung erforderlich ist, haben die Ergebnisse bisher folgende Vorteile aufgezeigt:

Autismus

Eines der Symptome von Autismus, besonders bei Kindern, sind Schlafstörungen. In einer Studie aus dem Jahr 2014 untersuchten Forscher die Wirksamkeit von Gewichtsdecken bei Schlafproblemen im Zusammenhang mit Autismus. Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Schlafwerte durch die Verwendung der Gewichtsdecke ein wenig verbesserten.

Sowohl die Kinder als auch ihre Eltern haben festgestellt, dass ihnen die Gewichtsdecke trotz der nur geringen Verbesserung gut gefiel. Die Decke simuliert eine Druckmassage, die bei einigen Menschen mit Autismus hilft die Symptome zu lindern.

ADHS

Es gibt nur wenige Studien, die die Verwendung von Gewichtsdecke bei ADHS untersuchen, aber eine ähnliche Studie wurde mit gewichteten Westen durchgeführt. In dieser Studie erklären die Forscher, dass gewichtete Westen in der ADHS-Therapie eingesetzt wurden, um die Aufmerksamkeit zu verbessern und hyperaktive Bewegungen zu reduzieren.

Darüber hinaus unterstützen weitere Forschungsergebnisse, dass eine Gewichtsdecken Schlafproblemen lindern kann.

Angstzustände

Eine der Hauptanwendungen der Gewichtsdecke ist die Behandlung von Angstzuständen. In einer Studie fanden die Forscher heraus, dass die Verwendung einer Gewichtsdecke bei etwa 63 % der 32 Teilnehmer Angst reduziert.

Schlaflosigkeit und Schlafstörungen

Diese oben genannten Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Gewichtsdecken bei Schlaflosigkeit und Schlafstörungen helfen können.

Chronische Schmerzen

Eine der empfohlenen Behandlungen für chronische Schmerzen ist die Massagetherapie. In einer kleinen Studie fanden Forscher heraus, dass zunächst leichter Druck, später allmählich zunehmender bis mäßiger Druck und dann die Anwendung von tiefem Druck während der Massagetherapie die Schmerzreflexe bei Personen mit chronischen Schmerzzuständen verringern kann.

Der zusätzliche Druck einer Gewichtsdecke kann dazu beitragen das Schmerzempfinden bei chronischen Schmerzzuständen zu verringern.

Gibt es Risiken bei der Verwendung einer gewichteten Decke?

Die Verwendung einer gewichteten Decke birgt nur wenige Risiken. Laut Hersteller sollten Gewichtsdecken jedoch nicht für Kleinkinder unter 2 Jahren verwendet werden, da sie das Erstickungsrisiko erhöhen können.

Eine Gewichtsdecke kann auch für Menschen mit bestimmten Erkrankungen ungeeignet sein, unter anderem:

Aufbau einer Gewichtsdecke

Eine Gewichtsdecke besteht aus mehreren Komponenten:

  • Füllung
  • Innere Hülle evtl. mit Polsterschicht (umschließt die Füllung)
  • Äußere Hülle (schützt die innere Hülle vor Schmutz)

Die meisten Gewichtsdecken sind mit Plastik-, Glas- oder Stahlperlen gefüllt, die gleichmäßig verteilt sind, um eine korrekte Gewichtsverteilung zu gewährleisten. Die Perlen sind in der Regel geräuschlos, sodass der Schlaf nicht gestört wird. Einige Decken verzichten auf die Perlen und haben eine Füllung aus Glassand.

Zusätzlich sind die Decken auch mit einer Polsterung versehen. Die Polstermaterialien können aus Polyester, Baumwolle oder Vlies sein. Einige gewichtete Decken sind auch wasserdicht oder wasserabweisend, sodass sie auch beispielsweise Tagsüber beim Spielen verwendet werden können.

Der äußere Bezug ist abnehmbar und waschbar. Er kann aus Naturfasern wie Baumwolle, aus synthetischen Stoffen wie Polyester oder aus Stoffmischungen gewebt sein. Gewichtete Decken aus Naturfasern wie Baumwolle sind atmungsaktiver sie aber auch teurer. Synthetische Stoffe wie Polyester sind in der Regel billiger, aber weniger atmungsaktiv und wesentlich wärmer.

Was ist beim Kauf einer Gewichtsdecke zu beachten?

Folgende Faktoren sollten beim Kauf der Gewichtsdecke beachtet werden:

  • Budget: Die Preise für günstige Decken aus China liegen zwischen 80 und 100 €. Hochwertige Decken kosten in der Regel ab 200 € aufwärts.
  • Gewicht: Das optimale Gewicht der Decke liegt bei 5 bis 10 % des eignen Körpergewichts.
  • Größe: Die Größen der Decken lassen zu wünschen übrig und sind stark beschränkt. Folgende Größen sind bei unterschiedlichen Herstellern verfügbar:
    • 104x152 cm
    • 135x200 cm
    • 152x203 cm
  • Bezug: Gewichtete Decken mit Bezügen aus Naturfasern wie Baumwolle und Wolle schlafen tendenziell kühler als synthetische Stoffe wie Polyester. Einiger Hersteller bieten einen Sommer und Winterbezug an.