Schlafbezogener Bruxismus

Diese schlafbezogene Bewegungsstörung ist definiert durch das nächtliche Zähneknirschen. Wie andere schlafbezogene Bewegungsstörungen ist auch der Bruxismus durch unfreiwillige, unbewusste Bewegung während des Schlafes gekennzeichnet.

Während die Menschen auch im Wachzustand mit den Zähnen knirschen, ist Schlafbruxismus im Allgemeinen ein größeres gesundheitliches Problem. Menschen mit Schlafbruxismus wissen oft nicht, dass sie mit den Zähnen knirschen, sodass das Verhalten jahrelang unbemerkt bleibt. Dabei können Zähne, Schmelz, Kronen und Füllungen brechen, lockern oder abnutzen. Es kann auch Kopfschmerzen, Kieferschmerzen und Kiefergelenkserkrankungen verursachen. Darüber hinaus verhindert die ständige Anspannung des Kiefers einen erholsamen Schlaf.

Symptome vom nächtlichen Zähneknirschen

Folgende Symptome kommen vom nächtlichen Zähneknirschen:

  • Zahnschmerzen
  • Schmerzen und Schwellungen im Kieferbereich
  • unerklärliche Gesichtsschmerzen
  • Ohrenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Abgebrochene Zähne, Kronen oder Füllungen
  • Veränderungen in der Zahnform

Wie häufig ist nächtlicher Bruxismus?

Das nächtliche Zähneknirschen ist in der frühen Kindheit weit verbreitet und normal. Forscher schätzen, dass etwa ein Drittel der Kinder im Schlaf mit den Zähnen knirschen. Es sollte jedoch mit dem Zahnwechsel (im Alter von 5 bis 6 Jahren) aufhören.

Die Bruxismusrate nimmt mit dem Alter ab. Die Prävalenz bei Erwachsenen unter 30 Jahren wird auf 13 % geschätzt, während die Raten für Personen über 60 Jahren auf 3 % sinken.

Etwa 8 bis 9 % der Bevölkerung leidet am nächtlichen Zähneknirschen. Etwa 10 % derer machen es so intensiv, dass Zähne, Zahnfüllungen und Kronen erheblichen Schaden nehmen.

Was verursacht Bruxismus?

Die Ursachen vom primären (idiopathischen) Burxismus sind nicht genau bekannt. Beim sekundären Bruxismus sind Genetik, Stress, andere Schlafstörungen wie Schlafapnoe und regelmäßiger Alkohol-, Drogen- ,Tabakkonsum oder Schlafstörungen wie die REM-Verhaltensstörungen die auslösende Ursache.

70 % der Bruxismus-Fälle sind mit Angst und Stress verbunden. Vermehrt tritt er auch bei Erwachsenen auf, die zu intensiven Emotionen neigen und aggressive oder hyperaktive Persönlichkeiten haben. Menschen können Bruxismus als Bewältigungsstrategie entwickeln, ähnlich wie das Beißen auf ihre Wangen, Lippen oder Nägel.

Diagnose

Zahnärzte werden in allen Aspekten der Zahnmedizin geschult, einschließlich der Identifizierung früher Anzeichen von Bruxismus. Eine der besten Möglichkeiten, Schlafbruxismus frühzeitig zu diagnostizieren und Langzeitschäden zu vermeiden, ist eine halbjährliche Zahnuntersuchung.

Behandlung

Bruxismus kann nicht geheilt werden. Durch eine Kombination von Therapien können jedoch die Symptome von Bruxismus und Zahnschäden reduziert oder beseitigt werden.

  • Der Zahnarzt erstellt Okklusionsschienen, dabei nimmt er einen Abdruck der Zähne und formt passend darauf eine Schiene aus Gummi, die nachts getragen wird. Sie verhindert zwar nicht das Knirschen der Zähne aber schützt diese vor Abnutzung.
  • Wenn der Bruxismus eine Nebenwirkung einer Angststörung ist, kann die Behandlung der zugrunde liegenden Angst die Symptome des Bruxismus beseitigen. So hat sich beispielsweise die Kombination der Kognitiven Verhaltenstherapie mit Okklusionsschienen bei der Behandlung von Schlafbruxismus als effektiv erwiesen.
  • Wenn Bruxismus mit einer anderen Schlafstörung verbunden ist, kann die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung Abhilfe schaffen. Wenn Bruxismus durch OSA verursacht wird, hat die Behandlung der Schlafapnoe mit einem CPAP-Gerät (Continuous Positive Airway Pressure) den damit verbundenen Schlafbrruxismus beseitigt.
  • Lebensstiländerungen können dazu beitragen, Symptome zu reduzieren und die Schlafqualität von Menschen mit Bruxismus zu verbessern. Dazu gehören die Verbesserung der Schlafhygiene und der Abbau von Stress, die Vermeidung vom exzessiven Kaugummi kauen sowie Stimulanzien wie Koffein, Alkohol und Nikotin.