REM-Schlaf

Der REM-Schlaf verdankt seinen Namen den für diese Schlafphase typischen raschen Augenbewegungen (eng. „rapid eye movement“). Aktuell geht die Forschung davon aus, dass Augenbewegung und Traumerleben in Zusammenhang zueinander stehen.

Diese haben eine hohe Frequenz sowie kleine Amplitude und gehen mit weiteren Zeichen gesteigerter Gehirnaktivität einher: Die Atemfrequenz sowie der Puls sind erhöht, die gemessene Hirnstromaktivität ist häufig ähnlich hoch wie im wachen Zustand oder sogar höher und zeigt Thetawellen von 4 bis 8 Hz.

Gleichzeitig werden langsame Alphawellen registriert. Wachen Personen in dieser Phase auf, können sie sich besonders häufig an ihre Träume erinnern, die Träume selbst werden gleichzeitig als besonders intensiv wahrgenommen. Aus diesen Gründen wird die REM-Schlafphase auch als „aktiver Schlaf“ bezeichnet.

Der REM-Schlaf nimmt insgesamt 20-25 % des gesamten Schlafes in Anspruch, wobei sich diese Phase mit jedem Zyklus etwas verlängert. Handelt es sich anfänglich um ein nur 5-10 Minuten langes Stadium, ist es gegen Ende der Schlafzeit  bis zu 22 Minuten lang.

Eine weitere Ausnahme bildet die Schlafparalyse: Hier erwachen Betroffene, ohne dass die Lähmung sofort vergeht. In der Folge erleben sie sich als wach, aber bewegungsunfähig. Da es in einigen Fällen gleichzeitig zu taktilen und audiovisuellen Halluzinationen kommt, wird dieser Zustand als extrem beängstigend wahrgenommen, obschon er im Normalfall ungefährlich ist. Nur selten tritt Schlafparalyse als Symptom der Narkolepsie auf.

Im umgekehrten Falle sind manche Personen zu „Klarträumen“ (auch luzide Träume genannt) imstande, bei denen die Schlafenden sich während des Traums darüber bewusst sind, dass sie träumen und in denen sie ihre Handlungen aktiv steuern können.

REM Schlaf verbessern

Der REM-Schlaf an sich kann nicht bewusst optimiert werden. Allerdings können Maßnahmen der Schlafhygiene dazu beitragen, Qualität und Quantität des gesamten Schlafs – inklusive der REM-Schlafphase – zu verbessern.

REM Schlaf bei Babys

Babys, insbesondere Neugeborene, weisen einen deutlich höheren REM-Schlaf-Anteil auf als ältere Kinder und Erwachsene. Der im Vergleich zum Tiefschlaf „leichtere“ REM-Schlaf führt auch dazu, dass Babys öfter und leichter erwachen. Säuglinge bis zu einem Alter von 4 Monaten weisen noch keinen REM-Schlaf auf.

4-12 Monate

Säuglinge zwischen dem vierten und zwölften Lebensmonat verbringen die meiste Zeit im REM-Schlaf: Er macht 70-80 % ihres gesamten Schlafes aus. Dabei teilen sich die Schlafphasen oft auf eine lange und zwei kürzere Schlafepisoden auf, die insgesamt bis zu 18 Stunden in Anspruch nehmen – der Unterschied zwischen Tag und Nacht ist in diesem Alter nicht relevant.

1-3 Jahren

Bis zum dritten Lebensjahr nehmen sowohl die Gesamtschlafzeit als auch der verhältnismäßige Anteil des REM-Schlafs langsam ab, beide bleiben aber noch ausgesprochen langwierig. In einigen Theorien wird ein Zusammenhang zwischen Schlaf und der Verarbeitung der Tageserfahrungen sowie der raschen Gehirnentwicklung in dieser Lebensphase vermutet.

REM Schlaf Verhaltensstörung

Zu einer gesunden Schlafepisode gehört der richtige Anteil an REM-Schlaf. Wenn dieser gestört ist, wird von einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung gesprochen. Diese geht oft mit mangelnder Erholung und weiteren Folgen einher.