Endocannabinoid-System

Das Endocannabinoid-System wurde erstmals Ende der 1980er Jahre definiert, nachdem jahrzehntelang die Auswirkungen von THC und anderen Cannabinoiden auf den menschlichen Körper erforscht wurden. Das System wurde in den folgenden drei Jahrzehnten umfassend untersucht, aber über die Endocannabinoide ist noch immer vieles unbekannt.

Wissenschaftler haben drei Schlüsselkomponenten des Endocannabinoid-Systems identifiziert:

Endocannabinoide sind Neurotransmitter, die sich mit Cannabinoid-Rezeptoren verbinden und diese aktivieren, ähnlich wie THC und CBD, die aus anderen Quellen stammen. Der Begriff "Endocannabinoid" bedeutet frei übersetzt "im Körper produzierter Cannabis". Die häufigsten Endocannabinoide sind Anandamide und 2-Arachidonylglycerol (2-AG), wobei letzteres im zentralen Nervensystem stärker verbreitet ist.

Cannabinoid-Rezeptoren sind G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, d.h. sie sind so konzipiert, dass sie außerhalb des Körpers befindliche Moleküle erkennen und mit ihnen interagieren können. Cannabinoid-Rezeptoren sind im ganzen Körper zu finden. Es gibt zwei Arten:

  • CB1-Rezeptoren finden sich hauptsächlich im Gehirn und im Zentralnervensystem, wurden aber auch in anderen Bereichen des Körpers wie Nieren, Leber und Lunge nachgewiesen.
  • CB2-Rezeptoren finden sich häufig im peripheren Nervensystem und in peripheren Organen wie der Milz sowie im Immunsystem des Verdauungssystems. Zusätzlich haben einige Forscher spekuliert, dass andere Rezeptortypen noch nicht identifiziert sind.

Schließlich gehören zum Endocannabinoid-System auch die Enzyme, die Endocannabinoide und Cannabinoide synthetisieren und abbauen, nachdem sie ihren Zweck erfüllt haben.

Was macht das Endocannabinoid-System?

Das Endocannabinoid-System spielt eine wichtige Rolle bei der Homöostase. Die Homöostase ist im Wesentlichen ein Zustand der physiologischen und kognitiven Stabilität, der anzeigt, dass alle Körperprozesse im Gleichgewicht sind und richtig funktionieren. Wenn einer oder mehrere dieser Prozesse nicht im Gleichgewicht sind, helfen das Endocannabinoid-System und andere Systeme, den Körper zu regulieren, bis ein ausgeglichenes Niveau erreicht ist.

Es hilft bei der Regulierung einer Vielzahl von kognitiven und physiologischen Prozessen, die mit der Homöostase verbunden sind. Dazu gehören:

Das Endocannabinoid-System sorgt für eine gezielte Regulierung dieser Prozesse, sodass es einen regulieren kann, ohne die anderen zu beeinflussen. Dadurch kann der Körper schneller in die Homöostase gelangen. Nachdem die Endocannabinoide und Cannabinoide die Homöostase durch Interaktion mit den Rezeptoren wiederhergestellt haben, werden die Moleküle durch Enzyme synthetisiert und abgebaut; dadurch wird verhindert, dass Endocannabinoide und Cannabinoide auf nicht zu regulierende Prozesse einwirken.

Wie interagiert das Endocannabinoid-System mit den Cannabinoiden?

Das Rauchen von Marihuana führt das THC-Cannabinoid in den Körper ein, wo es sich an einen Rezeptor bindet und mit ihm interagiert. Ein Endocannabinoid (entweder ein Anandamid oder 2-AG) bindet sich gleichzeitig an denselben Rezeptor. Das Ergebnis ist ein psychoaktives High des THC kombiniert mit einem beruhigenden Gefühl des Endocannabinoids.

Die Enzyme synthetisieren schließlich das Endocannabinoid, wodurch es sich auflöst, aber sie können das THC nicht auf die gleiche Weise synthetisieren. Aus diesem Grund überdauert das THC die beruhigende Wirkung des Endocannabinoids.

Cannabidiol (CBD) bindet an Cannabinoidrezeptoren wie THC, aber es interagiert anders mit dem menschlichen Körper. Zum einen produziert CBD kein psychoaktives High bei den Konsumenten, sondern erzeugt eine beruhigende Wirkung ähnlich der von Endocannabinoiden. Das CBD-Cannabinoid verhindert jedoch, dass die Enzyme das Endocannabinoid synthetisieren, was zu einem länger anhaltenden Gefühl der Entspannung führt.

Da CBD mit dem Endocannabinoid-System arbeitet, um die Homöostase zu fördern, ohne ein psychoaktives High zu produzieren, kann es die Symptome lindern, die mit einer Vielzahl von Erkrankungen verbunden sind. Diese beinhalten:

  • Schlaflosigkeit und andere Schlafstörungen
  • Ängste und Stress
  • Stimmungsstörungen
  • Übelkeit
  • Bedingungen, die Appetitlosigkeit verursachen
  • Epilepsie
  • Krankheiten, die das Immunsystem betreffen, wie Krebs und HIV

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