Restless Legs Syndrom

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist eine schlafbezogene Bewegungsstörung, bei der die Person einen starken Drang verspürt, die Gliedmaßen in Ruhephasen zu bewegen. Der Bewegungsdrang wird durch Missempfindungen ausgelöst, der durch die Bewegung gebessert werden kann. Das Maximum des Bewegungsdrangs ist am Abend und in den frühen Morgenstunden, dabei ist das Einschlafen meist gestört und die Betroffenen können nachts von den Beschwerden geweckt werden. Während des Schlafes treten ebenfalls häufig periodische Bewegungen der Gliedmaßen (PLM) auf.

Symptome des Restless-Legs-Syndroms

Folgende Symptome sind für die Schlafstörung üblich:

  • Ein Drang, die unteren Gliedmaßen zu bewegen.
  • Der Drang wird von Schmerzen oder unerträglichen Empfindungen begleitet, die sich verschlimmern, wenn die Person sich ausruht oder hinlegt.
  • Diese Empfindungen können ein gruseliges Krabbeln, ein pochendes oder brennendes Gefühl oder ein Juckreiz in den Beinen auslösen.
  • Eine gewisse Erleichterung des Drangs ergibt sich durch Gehen oder Strecken.
  • Muskelzuckungen
  • Schlafentzug
  • Tagesmüdigkeit

Wie häufig ist das Restless Legs Syndrom?

An dem Restless Legs Syndrom leiden in etwa 5 bis 8 % der Bevölkerung, wobei die Symptome von Tag zu Tag unterschiedlich sein können, sowohl in der Häufigkeit des Auftretens als auch in der Schwere. Einige können RLS nur ein- bis zweimal pro Woche Symptome verspüren, während andere mit schwerwiegenderen Fällen drei- oder mehrmals pro Woche Symptome aufweisen. Die Erkrankung ist bei Frauen doppelt so häufig wie bei Männern und häufiger in bestimmten Lebensabschnitten, einschließlich der Schwangerschaft. Bis zu einem Viertel der schwangeren Frauen erleben RLS, das sich in der Regel nach der Schwangerschaft auflöst.

Ursachen

Das Restless-Legs-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung, die auf Anomalien bei der Regulation bestimmter Neurotransmitter und Nährstoffe zurückzuführen ist. RLS, das nicht durch eine andere Erkrankung verursacht wird, wird als primäres oder idiopathisches RLS bezeichnet.

  • Das primäre RLS ist genetisch bedingt. Forscher haben mehrere genetische Varianten identifiziert, die mit RLS assoziiert sind; jede Variante erhöht das RLS-Risiko um mehr als 50 Prozent. Biochemisch gesehen ist das Protein Tyrosin-Phosphatase-Rezeptor Typ-Delta bei Menschen mit RLS sehr verbreitet.
  • Das sekundäre RLS tritt als Folge einer anderen Störung oder Erkrankung oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente auf. Das kann überschüssiges Dopamin, Eisenmangel, eine Schwangerschaft oder eine Niereninsuffizient sein.

Psychopharmaka, die ein Restless-Legs-Syndrom (RLS) induzieren können:

  • Cimetidin
  • Citalopram
  • Clozapin
  • Flunarizin
  • Fluoxetin
  • Haloperidol
  • Interferon-α
  • Koffein
  • Lithium
  • L-Thyroxin
  • Mesuximid und Phenytoin
  • Mianserin
  • Mirtazapin
  • Olanzapin
  • Paroxetin
  • Quetiapin
  • Risperidon

Diagnose

Ärzte verwenden eine Kombination aus Krankengeschichte und selbstberichteten Symptomen, um RLS zu diagnostizieren. Während es keinen Bluttest zur Diagnose von RLS gibt, können Ärzte Labortests zur Messung des Eisenspiegels anfordern. Die Polysomnographie im Schlaflabor kann helfen, Schlafmuster zu überwachen, um festzustellen, ob eine zugrunde liegende Schlafstörung zu RLS beiträgt.

Diagnostische Kriterien für ein RLS :

Kriterium

Charakteristikum
Kriterium A

Der Patient beschreibt einen Drang, die Beine zu
bewegen, der gewöhnlich begleitet oder
ausgelöst wird durch Missempfindungen in den
Beinen

Kriterium B

Der Bewegungsdrang oder die
Missempfindungen beginnen oder
verschlechtern sich während Ruhe oder
Inaktivität wie Sitzen oder Liegen

Kriterium C

Der Bewegungsdrang oder die
Missempfindungen werden teilweise oder ganz
durch Bewegung wie Gehen oder Strecken
gelindert, zumindest solange die Bewegung
andauert

Kriterium D

Der Bewegungsdrang oder die
Missempfindungen sind ausgeprägter oder
ausschließlich am Abend oder in der Nacht
vorhanden

Kriterium E

Die Beschwerden können nicht besser erklärt
werden durch eine andere Schlafstörung, eine
medizinische oder neurologische Störung, eine
psychische Störung, Medikationseinnahme oder
einen Substanzmissbrauch

Zusatzkriterien – Positive Familienanamnese (ca. 50–60 % der
Patienten)
– Linderung durch dopaminerge Medikation
– Periodische Gliedmaßenbewegungen
– Verlauf kann variabel sein, ältere Patienten
sind häufiger stärker betroffen, symptomfreie
Zeiten kommen vor
– Schlafstörungen

Behandlung

Je nachdem was RLS verursacht gibt es verschiedene Behandlungsmethoden:

  • Eisenmangel: Änderung der Ernährung oder Zugabe von Nahrungsergänzungsmitteln.
  • Schwangerschaft: Üblicherweise keine Behandlung, nach der Schwangerschaft hören die Symptome auf.
  • Symptome durch Einnahme von Medikamenten: Absetzen oder Ändern der Medikamente.
  • Leicht bis mittelschwere RLS Symptome: Behandlung durch Verbesserung der Schlafhygiene.
  • Mittelschwer bis schwere RLS Symptome: Medikamente wie L-Dopa (plus Decarboxylasehemmer), dopaminergen Substanzen oder Pregabalin. Zu beachten ist die Wechselwirkung der Medikamente bei psychiatrischen Zusatzerkrankungen.