Aufwachen

Im Märchen kann der Kuss eines Prinzen den Schlafenden aufwecken, aber im wirklichen Leben braucht man einige Chemikalien und neuronale Schaltkreise. Im Zwei-Prozess Modell befinden sich sowohl der homöostatische als auch der zirkadiane Zyklus an einem Punkt, der das Erwachen signalisiert. Der Aufbau von schlaffördernden Chemikalien wie Adenosin nimmt ab, und das Gehirn wird mit neuen Vorräten von Aufwachchemikalien versorgt. Physiologische Prozesse die der zirkadianen Uhr folgen, werden auf das Erwachen vorbereitet.

Was passiert im Körper beim aufwachen?

Ca. eine Stunde vor dem Erwachen beginnt der Körper „auf Touren zu kommen“ und sich auf mehr Aktivität vorzubereiten. Die Körpertemperatur steigt, nachdem sie gegen Ende der Schlafphase ihr niedrigstes Niveau erreicht hat. Der Blutdruck steigt mit einem zunehmendem Serumspiegel von ACTH und Cortisol (Deshalb sind Herzinfarkte am Morgen häufiger).

So wie Schlafbeginn und -erhaltung durch eine komplexe Mischung von Neurotransmittern beeinflusst werden, so involviert das Aufwachen ebenfalls eine Veränderungen im chemischen Niveau des Gehirns und die Aktivität bestimmter Neuronen. Dazu gehören Substanzen wie Noradrenalin, Acetylcholin, Serotonin und Histamin, die während des Aufwachprozesses starke Veränderungen des Niveaus aufweisen. Aus physiologischer/EEG-Sicht bedeutet das Erwachen eine starke Zunahme der elektrischen Aktivität im Kortex.

Das physische Aufstehen aus dem Bett verstärkt die „Wachheit“ zusätzlich. Menschen brauchen unterschiedlich lange um aufzustehen. Einige brauchen eine Dusche und eine Tasse Kaffee, um loszulegen, andere springen einfach aus dem Bett.

Nach dem Aufwachen wird das Gehirn mit Reizen aus der Umgebung und aus dem Inneren des Körpers bombardiert. Ein homöostatischer Mechanismus tritt ein und das wache Gehirn hält sich wach. Orexine sind ebenfalls von ausschlaggebender Bedeutung, um das Gehirn während des Tages wach zu halten.

Aufwachen in den verschiedenen Schlafphasen

Wenn man ausschläft ohne von einem Alarm oder anderweitig geweckt zu werden, steht man oft nach eine REM-Phase auf, was manchmal dazu führt, dass man sich genau an Träume erinnern kann. Das aufwachen in einer Leichtschlaf-Phase ist unproblematisch und wird oft durch den Wecker verursacht. Problematisch ist das erwachen in der Tiefschlaf-Phase, da dies eine starke Schlafträgheit nach sich ziehen kann, die sich durch den ganzen Tag zieht. Bei Personen mit einer guten Schlafroutine mit regelmäßigen Aufwachzeiten ist das jedoch unwahrscheinlich. Das kommt jedoch öfter bei Schichtarbeit oder Studenten vor.