Das Immunsystem und Schlaf

Bei häufiger Krankheit können schlechte Schlafgewohnheiten die Ursache sein. Mehrere Studien bestätigen einen wechselseitigen Zusammenhang zwischen Schlaf und dem Immunsystem: Schlafmangel wirkt sich negativ auf die Immunantwort aus und das Immunsystem wiederum auf das Schlafverhalten.

Wie wirkt sich der Schlaf auf das Immunsystem aus?

Die Immunantwort des Körpers wird durch Zytokine reguliert, die als Signalmoleküle im Immunsystem und im Gehirn wirken. Wie die meisten biologischen Systeme hat das Immunsystem einen zirkadianen Rhythmus. T-Zellen und der Gehalt an proinflammatorischen Zytokinen sind nachts am höchsten, während Leukozyten und das entzündungshemmende Zytokin IL-10 tagsüber steigen.

Während der Krankheit entsprechen erhöhte Mengen an entzündungsfördernden Zytokinen einer erhöhten Erschöpfung, die zu mehr Müdigkeit führt. Diese natürliche Reaktion auf den Beginn einer Krankheit drängt den Körper, mehr zu schlafen, was ihm hilft, sich von der Krankheit zu erholen. Die Zytokine erhöhen das Schlafbedürfnis aber fragmentieren auch den Tief-, NREM- und verringern den REM-Schlaf, was erklären kann, warum man während einer Krankheit einen eher unruhigen Schlaf erfährt.

Diese natürlichen Zyklen sind bei Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen gestört. Bei chronischen Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen wie Fibromyalgie oder dem chronischen Erschöpfungs-Syndrom führen hohe Entzündungsraten zu einer ständigen Müdigkeit, die nicht mit einer akuten Krankheit zusammenhängt. Für viele ist diese chronische Müdigkeit im Alltag lähmend.

Es ist ein Teufelskreis, denn chronischer Schlafverlust verringert die Produktion von schützenden Zytokinen im Körper, senkt die Reaktion des Körpers auf Infektionen und erhöht die Anfälligkeit auf Krankheiten, welche wiederum den Schlaf beeinträchtigen.

Schlafen und gesund bleiben

Eine der besten Möglichkeiten, gesund zu bleiben, ist, regelmäßig ausreichend Schlaf zu bekommen, was in der heutigen Gesellschaft leider nicht immer möglich ist. Eine gute Schlafhygiene kann dabei helfen trotzdem einen gesunden Schlaf zu haben, der das Immunsystem unterstützt. Vor allem in der Winterzeit, wenn die Tage erheblich kürzer werden und alle krank sind, ist guter Schlaf besonders wichtig.

  • Es sollte ein konsistenter Schlaf- und Wachplan eingehalten werden
  • Alkohol sollte in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen vermieden werden
  • Stimulanzien wie Koffein sollten bis zu 8 Stunden vor dem Schlafengehen vermieden werden
  • Es sollten keine elektronischen Geräte genutzt werden, da der Einfluss von künstlichem Licht uns wach hält